Gitarren im Weltall: Space Oddity – David Bowie/Chris Hadfield

Egal, ob kluger Marketing-Trick der NASA oder einfach nur geniale Idee des kanadischen Astronauten Chris Hadfield: gelungen ist die Aktion auf jeden Fall. Millionen haben das Video gesehen und sind gerührt und begeistert vom ersten Musikvideo aus dem Weltall. Welcher Song würde sich besser eignen als eben jener Hit aus dem Jahr 1969 von David Bowie „Space Oddity“? Und wer denkt beim Titel nicht an den Film „2001: A Space Odyssey“ von Stanley Kubrick aus dem Jahr 1968?

In „Space Oddity“ von David Bowie (Lyrics hier) geht es um den Astronauten Major Tom, der in seiner „Blechbüchse“, dem Raumschiff, auf einer Weltraummission Anweisungen und Rückmeldung von der Bodenstation bekommt. Zunächst geht es um den Raketenstart:

“Ground control to Major Tom Take your protein pills and put your helmet on (Ten) Ground control (Nine) to major Tom (Eight) (Seven, six) Commencing countdown (Five), engines on (Four) (Three, two) (detach from station) Check ignition (One) and may God’s (Start) love be with you…”

In Hadfields Version gibt es hier eine kleine Abweichung: es werden keine Pillen genommen an Bord der ISS (wer’s glaubt,…)sondern stattdessen technische Anweisungen gegeben: lock your Sojus hatch

Der Start ist offenbar gelungen und Major Tom ist ein Star! Die Boulevardpresse reißt sich um persönliche Details und will sogar wissen, welche Hemdenmarke er trägt – das war in den 60ern offenbar nicht anders als heute. Chris Hadfield wird wissen, wovon er da singt. Er ist ein Social-Media- Star – seine Tweets verfolgen beinahe 1 Million Menschen.

“This is ground control to Major Tom, you’ve really made the grade
And the papers want to know whose shirts you wear
Now it’s time to leave the capsule if you dare…”

Hadfield hat die ISS nicht verlassen, deshalb ändert er hier “leave” in “guide” – macht Sinn.

Was er dann beschreibt, wird durch die Video-Aufnahmen aus der Raumstation aufs Schönste illustriert:

“And I’m floating in a most peculiar way
And the stars look very different today
Here am I sitting in a tin can far above the world
Planet Earth is blue and there’s nothing I can do (left to do)…”

Schon hier auf der Erde kann der Blick in den Sternenhimmel große Gefühle auslösen: Wer bin ich angesichts dieser unendlichen Weite? Wie klein erscheinen mir meine Sorgen und Probleme! Woher kommt das alles, wohin führt es? Gibt es einen Anfang und ein Ende?                                                                                                                              Dabei hat man aber immerhin noch festen Boden unter den Füßen. Wie viel beeindruckender muss die Perspektive aus dem Weltraum sein: unser blauer Planet –  nur einer von vielen, so weit weg, so außer unserer Kontrolle!

Major Tom genießt die Stille und Ruhe und denkt an seine Lieben. Er sendet seiner Frau Grüße:

“Though I’m(I’ve flown) past one hundred thousand miles, I’m feeling very still
And I think my spaceship knows which way to go
Tell my wife I love her very much, she knows…”

Vielleicht hat er schon eine Vorahnung, denn die Geschichte geht ja nicht gut aus           Deshalb gibt es hier wieder kleine Änderungen bei Hadfield:

„…and before too long I know it’s time to go…
our commander comes down back to earth and knows…”

Denn die Katastrophe bahnt sich an, der Kontakt wird unterbrochen:

„Ground control to Major Tom, your circuit’s dead, there’s something wrong                                                                         Can you hear me, Major Tom?”

Hadfield ändert den Schluss souverän:… 


  „and before too long I know it’s time to go                           our commander comes down back to Earth and knows         Ground Control to Major Tom                                                 The time is near it’s not too long                                              Can you hear me Major Tom?“                                              Here I’m sitting in my tin can                                                       A last glimpse of the world                                                   Planet Earth is blue and there’s nothing left to do…“      

   

Wir wissen ja auch, dass er gut wieder auf dem blauen Planeten gelandet ist, Gott sei Dank. An der Raumfahrt und ihren Projekten scheiden sich die Geister. Das kostet alles unheimlich viel Geld – das auch anderswo benötigt wird. Durch die neuen Medien können heute viel mehr Menschen teilhaben an den außerirdischen Eindrücken. Vielleicht begeistern sich auf diese Weise mehr Menschen dafür.                                                                                                                                                      Es ist sicherlich kein Zufall, dass jetzt gerade die Frage der Mars-Besiedelung wieder durch die Presse ging. Es soll ja schon  Enthusiasten geben, die bereit wären für ein One-Way-Ticket zum Mars… Die Mars Society probt das Marsleben in unwirtlichen Gegenden der Erde, dafür finden sich auch Sponsoren.

Ich weiß ja nicht… Einerseits finde ich das alles sehr spannend und interessant. Die

Grenzen des Wissens verschieben sich immer mehr – hinein in die kleinsten Strukturen und in die größten Entfernungen.

Mich wird wahrscheinlich keiner fragen, ob ich mit auf den Mars will mit diesem One-Way-Ticket. Aber ich hätte sowieso abgelehnt.

 Was ich allerdings gar nicht „odd“ finde, sondern was mich viel mehr beruhigt, ist dieses schöne Video von Chris Hadfield zu David Bowies „Space Oddity“.                            Auch im Weltraum gibt’s Gitarren – und Musik!                                                            Vielleicht kann man dann da auch leben…😉

2 Gedanken zu „Gitarren im Weltall: Space Oddity – David Bowie/Chris Hadfield

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