Amerika, Land der Träume? Hollywood Hills – Sunrise Avenue

Sunrise Avenue – Hollywood Hills from Anorak Agency on Vimeo.

Ich gestehe: ich bin Amerika –Fan. Bei Menschen meiner politischen Überzeugung hört man das selten. Aber seit ich das erste Mal mit 13 Jahren dort war und bei jedem weiteren Besuch hat mich das Land immer wieder begeistert. In erster Linie sind es die atemberaubenden Landschaften: Grand Canyon, Rocky Mountains, Great Lakes, die unendlichen Weiten – aber auch pulsierende Städte wie San Francisco und für mich vor allem New York.

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Da ich bisher nur auf  Urlaubsreisen dort war, sind mir die Menschen bisher noch eher fremd geblieben. Nur so viel:  Amerikaner „ticken“ offenbar in Vielem anders als wir Deutschen, was ja durchaus erklärbar ist. Allzu deutlich wurde dies gerade wieder anlässlich des Todes Osama Bin Ladens:  Amerikaner können sich erleichtert, triumphierend darüber freuen – uns Deutschen bleibt das Wort „Freude“ in diesem Zusammenhang im Hals stecken. Ich wage es nicht, hier und jetzt darüber ein Urteil abzugeben.

Hier soll es ja um einen Song gehen, der zurzeit im Radio immer wieder gespielt wird und der ein echter Ohrwurm ist: Hollywood Hills . Lyrics und eine Übersetzung kann man hier nachlesen. Die finnische Rockband Sunrise Avenue  besingt hier die Sehnsucht nach eben diesem Stadtteil von Los Angeles. Nicht dass ich fände, dass dies ein besonders schöner Teil Amerikas sei. Aber natürlich sind aus der Unterhaltungsindustrie L.A. und Hollywood nicht wegzudenken.

Kein Ort für  Traurige und Deprimierte: “Now this is not the time or the place for a broken-hearted, ‚cause this is the end of the rainbow where no one can be too sad”. Hier hat man gute Laune, alles ist “fun”, Tag und Nacht, alles Sonne, sehen und gesehen werden: “Thank you for the morning walks on the sweet Sunset and for the hot night moments, for the fantasy in my bed”. Erinnerungen an “Rodeo Girls”, Spaziergänge auf dem berühmten Sunset Boulevard, einer kitschigen Touri-Meile – naja, jedem seinen Spaß.

Was ich verstehen kann: dass man einen Ort vermissen kann, von ihm träumen kann und hoffen kann, eines Tages dorthin zurückzukehren. Muss ja nicht L.A. sein… „Bye bye, Hollywood Hills, I’m gonna miss you, where ever I go, I’m gonna come back to walk these streets again. Bye bye, Hollywood Hills forever.”

Sunrise Avenue haben offenbar den Aufenthalt dort genossen, die Heimat jenseits des Meers im kalten Europa ruft sie aber zurück:
No I don’t wanna leave but I must keep moving ahead ‚cause my life belongs to the other side behind the great ocean’s waves.”
Vielleicht spielt auch eine kleine oder große Liebe eine Rolle, aber sie sehen das ganz realistisch: Die Entfernung ist zu groß, um diese aufrechterhalten zu können : „Long distance love doesn’t work … No I don’t wanna go, I don’t wanna go.”

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Trotzdem: sie gehen fort und nehmen ein Stück davon mit – und ein Teil von ihnen bleibt dort: “I take part of you with me now and you won’t get it back and a part of me will stay here, you can keep it forever, dear.”

So ist das im Leben: Niemals geht man so ganz. Ein wenig kann man sich dabei verlieren. Das kann jemand, der immer am selben Ort gelebt hat, vielleicht nicht verstehen. Aber man nimmt eben auch immer etwas mit, was einen bereichert, prägt, verändert. Ich habe das bei meinem 7jährigen Aufenthalt in Australien erlebt.

Aber Amerika steht auch auf meiner Liste. Warum Amerika? Wegen der landschaftlichen Weite, der vielen Möglichkeiten – ja, dazu gehören auch für uns unverständliche Varianten – wegen der Buntheit und Vielfalt, der „Verrücktheit“ , wegen der Extreme in jeder Hinsicht, wegen der Kreativität.

Welches ist das Land eurer Träume?