Remember – Imagine – John Lennon

Lyrics findet ihr hier und ein Video zum Lied kann man hier ansehen :

Heute vor 30 Jahren wurde John Lennon in New York ermordet. Mit „Imagine“ hat er ein Lied hinterlassen, das Musikgeschichte geschrieben hat. Gibt es jemanden, der das Lied nicht kennt?

Es ist schlicht, einfach in seiner Aussage, keine geheimen, verschlüsselten Symbole. So leicht zu verstehen, und so schwer umzusetzen. Denn es will umgesetzt werden. Es erzählt nicht nur. Es fordert auf, etwas zu tun: „Imagine…“. Wenigstens das. Stell dir vor… Und das ist gar nicht so schwer: „It‘s easy if you try.“ Kein Himmel, keine Hölle. Also kein Jüngstes Gericht, keine Verurteilung. Nicht: die einen bei Gott, die anderen beim Teufel –  in Ewigkeit. Keine Ländergrenzen, keine Kriege,  keine Religionen – nichts wofür man in den Krieg ziehen würde. Aber auch: kein Besitz, keine Gier, kein Konsumterror – und deshalb auch: kein Hunger in der Welt. Schon schwerer vorzustellen: „I wonder if you can.“ Schwerer, weil es mein eigenes Leben, meine Lebensweise, meine Prioritäten betrifft und nicht nur politische Entscheidungen der Staatsführer.

You may say I am a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one.”

Klar, das sind Träume, aber John Lennon wusste, dass er nicht allein war mit seinen Träumen.

Es gibt sie ja heute auch noch, die Träumer, Gott sei Dank. Ich persönlich sage das sehr bewusst so. Auch wenn „die Religion“ schlecht wegkommt in diesem Song, auch wenn Religionen für viel Leid auf  dieser Welt verantwortlich sind , sind es doch oft auch religiöse Menschen, die diesen Traum vom guten und gerechten Leben für alle auf dieser Welt lebendig erhalten. Weil sie glauben, dass das, was ist, nicht alles ist. Weil sie ihren Nächsten im Blick haben. Weil es um Gemeinschaft geht und nicht um Trennung und Aufteilung in gut und böse, wahr und falsch. Weil sie die Zukunft im Blick haben und die Vergangenheit nicht vergessen.

Das  Ziel: “The world will be as one”. Die Menschheit als Einheit. So eine einfache Formel, aber wahrscheinlich ist das die Lösung für viele Probleme.

Danke für dieses Lied, John Lennon. Danke für deinen Traum.

Jetzt sind wir dran.

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Hausmusik der anderen Art: Closer to the edge – 30 Seconds To Mars

Hier gibt es Lyrics und Video.

Ich mag es, wenn Familienmitglieder zusammen  Musik machen. Hausmusik. Weihnachtsmusik. Was auch immer. Finde ich schön, rührend. Was die Brüder Jared und Shannon Leto da zusammen machen, ist aber eher nicht rührend. Die verbergen sich nämlich hinter dem kreativen, irgendwie kryptischen Bandnamen „30 Seconds to Mars“. Ich muss gestehen, bis vor kurzem wusste ich nicht, dass das  der Name einer Band und nicht der Titel eines Science-Fiction-Romans ist. Mit „Closer to the Edge“ landeten 30 Seconds to Mars Anfang 2010 einen großen Hit. Auch der Text dieses Songs mutet eher geheimnisvoll an.  Schau’n wir ‘mal:

I don’t remember the moment I tried to forget, I lost myself is it better not said, now I’m closer to the edge”.

Rückblickend auf einen Moment des Sich-Selbst-Verlierens gesteht der Sänger: Ich stehe am Abgrund. Und ich weiß nicht mehr genau, wann es anfing.
Unklar ist – warum? Weiter heißt es: “It was a thousand to one and a million to two. Time to go down in flames and I’m taking you closer to the edge”.  Standen die Chancen 1000:1 oder  2Mio:2, dass die Beziehung eine Chance hatte? Oder geht es um ein Spiel, das hoch, sehr hoch verloren wurde – aber zwischen welchen Parteien? Alles sehr rätselhaft. Eine Anklage steht im Raum, ein Vorwurf, die Aufforderung, sich zu entschuldigen. Aber nein: “No, I’m not saying I’m sorry”. Und dann, etwas versöhnlicher: “One day, maybe we’ll meet again”.

Wenn man bisher noch den Eindruck haben konnte, es handele sich um eine unglückliche Liebesgeschichte, dann wird es in der 2.Strophe noch mystischer und geheimnisvoller:

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Can you imagine a time when the truth ran free, the birth of a sun, the death of a dream?“

Mich erinnert das an die biblische Geschichte von Schöpfung (Geburt einer Sonne, die Wahrheit ist frei) und Sündenfall: „This never ending story paid for with pride and fate. We all fall short of glory, lost in our fate.” Die endlose Geschichte des menschlichen Stolzes und der “Vertreibung aus dem Paradies”, der Verlust der träumenden Unschuld und der Ehre, die Krone der Schöpfung zu sein. Wo die christlichen Kirchen zum Sündenbekenntnis aufrufen und die Vergebung durch die Kirche oder durch Gott zusprechen, da kommt hier das protestierende „no, no, no“, das im Song immer wieder auftaucht: „No, no, no, no I’m not saying I’m sorry. I will never forget. No, no I will never regret. No, no I will live my life!“ Ich bereue nichts, ich lebe mein Leben. Ich vermute, dieser Refrain und das Lebensgefühl, das sich darin wiederspiegelt, ist es, das die jungen Fans dieser Band sehr anspricht. Protest gegen die Moral der Etablierten, die Kontrolle der Autoritäten. Kann ich gut nachvollziehen.

Zum Song gibt es ein offizielles, sehr gut gemachtes Video, das bringt noch einmal eine ganz andere Dimension mit hinein. „Closer to the edge“ bekommt für mich hier eine gespenstische, ja politische Note.

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In weiten Teilen des Videos wird gezeigt, wie der Leadsänger Leto die Massen mitreißt.  An einer Stelle erhebt er, in einen dunklen, langen Mantel gehüllt, den rechten Arm zum Gruß. Ein „Are you ready?“ wird eingeblendet – ein Narr, wer da nichts Politisch-Deutsches-Geschichtliches  denkt. Wie es ihm gelingt, ihre Bewegungen, ihren Gesang zu koordinieren, auf den Punkt genau. Wie sie ihm folgen, ihn auf Händen tragen, ihn vergöttern. „Yes, this is a cult“ wird eingeblendet als Jared Leto in einem Lichterkranz regelrecht „gekreuzigt“ wird, und die weltweiten Kultstätten werden gleich mit dazu genannt: London, Tokio, Berlin, New York ….

Genial gemacht ist das Ganze und ich unterstelle mal, dass mit diesem Video genau dieser Abgrund, diese Gefahr selbstkritisch visualisiert werden soll. Der Sänger bringt seine Zuhörer und Fans „closer to the edge“, an den Punkt, an dem sie bereit sind, sich selbst aufzugeben für eine größere Sache, eine andere Person.

Das alles hat religiöse Züge, natürlich. Unterstrichen wird das durch die zwischendurch und besonders am Ende eingeblendeten Statements junger Leute: „Some people believe in God, I believe in music. Some people pray,  I turn up the radio. Music is everything to me.”

Musik, Religion, Macht- ein interessantes Dreigestirn. Ich kann mir keine Religion ohne Musik vorstellen. Viele können sich Religion nicht ohne Macht denken. Und Musik hat ganz sicherlich Macht über Menschen. Sie erfüllt religiöse Bedürfnisse. In diesem Song und vor allem dem Video kommt all das zusammen.

Eine Analyse, eine Warnung, eine Feststellung? Ich frage mich, ob ich überinterpretiere und ob die Fans dieser Band das nachvollziehen können? Ich halte die Band allerdings für so intelligent, dass ich ihnen diese Gedanken durchaus zutraue. Und sie sagen ja selbst: „Unsere Lieder funktionieren wie Gemälde. Kunst soll erfahren und interpretiert werden. Darin liegt ihre unglaubliche Kraft. Sie ist interaktiv und lebt in den Erklärungen jedes einzelnen Individuums weiter. Es wäre unfair, unseren Fans durch eine zu detaillierte Erklärung die Möglichkeit für eigene Interpretationen zu nehmen.“( Zitat)

 

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Also, macht euch selbst ein Bild und eure Gedanken. Was haltet ihr von meinen?

Denken Männer immer nur an das Eine? In My Head – Jason Derulo

Song und Lyrics findet ihr hier.

Ehrlich gesagt, ich mag das Lied. Zumindest die Melodie, den Rhythmus. Es macht irgendwie gute Laune und bringt mich in Bewegung. Aber der Text? Schauen wir ‘mal…

Denken Männer wirklich immer nur an das Eine?

Dies ist ein Song über Männerphantasien. Ende der 70er Jahre gab es ein Buch von Klaus Theweleit mit dem Titel, musste man als emanzipierte Studentin gelesen haben… Der hätte seine reine Freude an dem Song gehabt.

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Die Szene: ein Club, laute Musik, viele Leute. Auf der Suche. Nach was? Derulo unterstellt: nach Liebe – „Everybody’s looking for love. Ain’t that the reason you’re at this club. “
Stimmt so, ganz allgemein gesagt, oder nicht? Auch wenn sich die Geister bei der genaueren Beschreibung dessen wahrscheinlich schnell scheiden würden.

Die in dem Song angesprochene Frau sucht Kontakt und vielleicht Liebe, indem sie mit jemandem tanzt. „You ain’t gonna find it dancing with him. No. Oh.I got a better solution for you girl.“

Jetzt kommt Jason’s Einsatz. Es gibt einen schnelleren, effektiveren, viel direkteren Weg, Liebe zu finden: „just say the word and we’ll go“. Which word? Wird nicht verraten, bleibt unserer Phantasie überlassen. Vielleicht einfach „Komm…“

Und dann geht’s zur Sache. „I’ll be your teacher, I’ll show you the ropes“. Derulo verspricht viel. Er der Lehrer, sie die Schülerin in Sachen Liebe, ok wohl eher oder erst mal in Sachen Sex. Und da wird nicht lange gefackelt, wie in der zweiten Strophe klargestellt wird: „Instead of talking let me demonstrate. Get down to business, let’s skip foreplay…“ Reden, tanzen, Vorspiel, alles „game“, unnötig, nur Verzögerung.

Das mag in der Tat eine Seite der „Liebe“ sein, die nicht jede(r) kennt oder kennenlernen will…Der Sänger steht dazu, die Frau erfüllt seine (Männer-)Phantasien, liefert sich ihm aus und hat Spaß daran? „In my head, I see you all over me. In my head, you fulfill my fantasy”.

Will ich Jason Derulo wirklich als Lehrer in Sachen Liebe haben? Hmm…

Und denkt ihr Männer wirklich immer nur an das Eine?

Aber: ich mag den Song, trotzdem! In my head, you fulfill MY fantasy… 😉