Sehnsucht nach Ewigkeit: Tage wie diese – Die Toten Hosen

Die pure Lebens- und Feierfreude kommt in der neuen Single der Toten HosenTage wie diese“ ‘rüber – keine Frage. Das Video zum Song explodiert in Farbe, Bewegung, Begeisterung. Das Lied besingt eine Verabredung, ein Treffen, das lange vereinbart war:

„Ich wart seit Wochen, auf diesen Tag
und tanz vor Freude, über den Asphalt
Als wär’s ein Rythmus, als gäb’s ein Lied
Das mich immer weiter, durch die Straßen zieht
Komm dir entgegen, dich abzuholen, wie ausgemacht
Zu der selben Uhrzeit, am selben Treffpunkt, wie letztes Mal“

Musik, Tanz, Party, viele Leute, Festivalstimmung. Musik begeistert, vereint:

„Durch das Gedränge, der Menschenmenge
Bahnen wir uns den altbekannten Weg
Entlang der Gassen, zu den Rheinterrassen
Über die Brücken, bis hin zu der Musik
Wo alles laut ist, wo alle drauf sind, um durchzudreh’n
Wo die Anderen warten, um mit uns zu starten, und abzugeh’n“

Musik lässt den Alltag und die Sorgen vergessen, ich gehöre dazu, ich bin icht mehr allein:

„Das hier ist ewig, ewig für heute
Wir steh’n nicht still, für eine ganze Nacht
Komm ich trag dich durch die Leute
Hab keine Angst, ich gebe auf dich Acht
Wir lassen uns treiben, tauchen unter, schwimmen mit dem Strom
Dreh’n unsere Kreise, kommen nicht mehr runter, sind schwerelos“

Musik und ihr Erleben in der Gemeinschaft ist sinnstiftend, hebt mich über das Jetzt hinaus, da klingt etwas an, das mehr als irdisch ist. Es soll immer so bleiben, es soll kein Ende,  keine Begrenzung, keinen Tod geben. Wahrscheinlich sind wir Menschen die einzigen Lebewesen, die wissen, dass sie sterben püssen, die ihren eigenen Tod fürchten, die sich nach Ewigkeit sehnen und überhaupt eine Ahnung von Ewigkeit und Unendlichkeit haben.

„An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit
An Tagen wie diesen, haben wir noch ewig Zeit
Wünsch ich mir Unendlichkeit“

Das Thema Ewigkeit gehört ursprünglich in den Zuständigkeitsbereich  der Religionen. Längst taucht es aber im säkularen Alltag auf. Scheint etwas durchaus Menschliches zu sein, diese Sehnsucht. Sie entstammt sicherlich der Angst vor dem Tod und der Ungewissheit, die dieser mit sich bringt. Aber auch der Freude am Leben, dem Wunsch, das Schöne als unendlich zu erleben, ihm Dauer zu geben.

Heute ist Ostern. Ein Fest, das das Leben feiert. Dies soll sicherlich kein Osterlied sein und die Bilder des Videoclips entstammen offensichtlich keiner kirchlichen Osterfeier.

Trotzdem: die Botschaft  dieses Lieds der Toten Hosen „Tage wie diese“ und die gute Nachricht von der Auferstehung Jesu am Ostermorgen und dem Sieg des Lebens über den Tod klingen irgendwie verwandt:

„In dieser Nacht der Nächte, die uns so viel verspricht
Erleben wir das Beste, kein Ende ist in Sicht
Erleben wir das Beste, und kein Ende ist in Sicht
Kein Ende in Sicht“

In diesem Sinne:  Frohe Ostern euch allen! 😉

Advertisements

Stadt-Ansichten – Unheilig und Max Prosa

Zwei Musiker, zwei Lieder,  zwei Stimmungen, ein Thema – und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein, diese beiden  Songs: „Lichter der Stadt“ von Unheilig aus dem  neuen gleichnamigen  Album und „Abgründe der Stadt“ aus Max Prosas Album „Die Phantasie wird siegen„.

Es gibt ja Menschen, die lieben das Landleben und andere, die lieben Großstädte und ihre Atmosphäre, ihr Glitzern, ihren Trubel und ihre Anonymität. Ich gehöre dazu. New York ist für mich der Inbegriff einer solchen Stadt –  laut, hektisch, gefährlich, ja, aber auch bunt, lebendig, kreativ, atemberaubend in vielerlei Hinsicht. Auch ich mag  den Blick von oben, wie ihn Unheilig hier in seinem Lied beschreibt und im Video vorführt  – hier auf seiner Website anzusehen.

„Ich nehme mir die Zeit
Auf die Dächer der Stadt zu gehen
Dem Leben zuzusehen
Still zu stehen
Alles wirkt so klein
Unscheinbar entfernt und weit
Das Leben pulsiert hier
Weit weg von mir“

Die Gefühle, die da bei ihm aufkommen, sind durchweg positiv:

„Ich lehne mich zurück
Und genieße dieses Glück… Hier fühle ich mich frei“

Er ist zwar in der Stadt, aber eben nicht wirklich in sie eingetaucht, alles ist weit weg, klein, so von oben. Er ist allein, und das in der Millionenstadt, aber nicht, weil er einsam ist wie viele es dort vielleicht sind, sondern weil er es so will, weil er diese Ruhe sucht und genießt:
„Ich bin mit mir allein…
Der Alltag fliegt an mir vorbei
Fernab der Jagd des Lebens
Fühle ich mich frei…    Alles wirkt so klein
Das Leben pulsiert weit weg von hier…“

Ganz anders Max Prosa.

Schon der Titel seines Songs sagt an, wie er die Stadt erlebt – als abgründig, grell, dumm und hässlich:

„Drei Tage ohne Schlaf, ich lieg’ im grellen Neonlicht,
nimm mich mit irgendwohin, doch bitte frag mich nicht
wo ich zuhaus’ bin, ich weiß nur: bestimmt nicht hier…

Nimm mich raus aus den Abgründen der Stadt,
irgendwo ist das Schöne, auch heute Nacht…“

Und die Menschen in der Stadt? Sie wirken auf ihn wie Zuschauer in einer Zirkusnummer, die längst vorbei ist – sie lachen trotzdem und merken gar nicht, dass sie über sich selbst und ihre Ungeschicklichkeiten lachen:

„Wo wir alle dumm rumsteh’ n und zuseh’ n wie zerlumpte Clowns
ihre eignen Schatten jagen, es macht Spaß ihnen zuzuschaun,
bis irgendwer behauptet, es ist alles Spiegelglas – und wir sind das.“

Die Stadt, sie macht unfrei, sie erdrückt die Fantasie, ihre Gesetze lähmen und beengen:

„Wo wir alle dumm rumsteh’ n, in schweren Stiefeln der Realität,
in denen man, wenn überhaupt, immer nur kleine Schritte geht…“

Es gibt für ihn nur einen Weg aus diesem Gefängnis heraus: wenn nicht die reale Flucht aus der Stadt, dann wenigstens die Fantasie, die Reise in Gedanken, die das Thema des ganzen Albums ist:

„Und ich tanze in Gedanken, dort wo es mir gefällt,
barfuß auf den Straßen am Ende dieser Welt,
und auf den Eisenbahnbrücken ins Nichts,
nur nicht hier.“

Ja, die Gedanken sind frei, zum Glück. Vielleicht hätte  Max Prosa auch einfach mal eine andere Perspektive wählen sollen und die so gehasste Stadt von oben ansehen sollen.

Aber vielleicht hätte sich Herr Unheilig auch erst mal in die Niederungen der von ihm besungenen Stadt begeben sollen, bevor er ihr Loblied singt.

Wer Recht hat? Schon in der Bibel spannt sich der Bogen der Menschheitsgeschichte zwischen Garten und Stadt, Paradies und himmlischem Jerusalem. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich  im Auge des Betrachters.

Unheilig schwebt nicht nur optisch über den Dächern, er hält sich auch so ein bisschen ‘raus aus dem städtischen und menschlichen Wirrwarr des Lebens, sagt er selbst in einem Interview: „Ich versuche schon seit Jahren mit der Musik meine Welt positiv zu sehen, sonst wäre es ja total trostlos“…Das ist wie ein Kinofilm, ohne Happy End ist das total unerfüllend. Ich brauche zum Schluss den Helden, der in den Sonnenaufgang reitet. Wenn der nicht da ist, bin ich frustriert.“

Max Prosa, der junge Mann auf der Suche nach Sinn und einer Heimat, nimmt den Schmerz etwas genauer unter die Lupe. Es gefällt mir, dass er sucht und fragt und sich hineinbegibt in die Abgründe. Das ist eben das Leben, es klappt nicht immer mit dem Happy End…  Ist der Jüngere hier weiser als der Ältere? 😉

„Nimm mich mit irgendwohin, doch bitte frag mich nicht
wo ich zuhaus’ bin, ich weiß nur: bestimmt nicht hier.“

Weise Einsichten: OK Go – Needing / Getting

Zugegeben – bei dem Song ist erst mal das Video der Hingucker, dann achtet man auf die Musik und zuletzt auf den Text. Aber der Song hat eben auch einen Text – und so gehaltlos ist der gar nicht!

OK Go,  eine amerikanische Rockband aus Chicago, haben mit Needing/Getting einen absoluten Youtube-Hit gelandet, zur Zeit über 16 Millionen mal angeklickt.  Dass ein Auto auch Musik machen kann, wissen wir jetzt – eine unglaubliche Planung und Präzision muss dahinter stehen, alle Achtung! Wer hat all die Gitarren am Wegesrand installiert und justiert, die Klangstäbe aufgehängt, die Klaviere aufgestellt?

OK Go haben dafür offenbar Zeit, denn mit der Liebe läuft’s zur Zeit nicht so gut, wenn man den Lyrics von Needing/Getting glauben darf. Und anstatt die ganze Zeit einfach nur dazusitzen und auf die Verflossene zu warten, wird man doch lieber kreativ!

„So I been sitting around
Wasting my time
Wondering what you been doing…“

Sie ist weg, aber er kommt nicht von ihr los – was sie wohl macht?

„Aw, and it ain’t real forgiving
It ain’t real forgiving
Sitting here picturing someone else living…“

Was schief gelaufen ist? Wir wissen es nicht und es wird auch nicht verraten. Es hört sich so an, als gäbe es etwas zu vergeben – aber wie geht das und kann man das, wenn man einfach nur an jemanden denkt oder muss man sich dafür begegnen?

Das Drama ist: er liebt sie noch, er braucht sie –

„And I, yeah, I still need you, but what good’s that gonna do?“

Das hilft nix, denn, so die weise Erkenntnis des Songs:

„Needing is one thing and getting, getting is another.“

Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: sie vergessen  oder hoffen, dass sie ihre Meinung ändert.

Möglichkeit eins: geht nicht, wenn man jemanden liebt, denn…

„… I’ve been hoping for months
Hoping for years
Hoping I might forget
Aw, but it don’t get much dumber
It don’t get much dumber
Than trying to forget a girl when you love her.“

Und was ist mit Möglichkeit zwei? Genauso aussichtslos, denn – hier kommt wieder eine weise Erkenntnis ins Spiel bzw. in den Liedtext von Needing/Getting

„I’ve been waiting for months
Waiting for years
Waiting for you to change
Aw, but there ain’t much that’s dumber
There ain’t much that’s dumber
Than pinning your hopes on a change in another.“

Es stimmt schon – die Chance einen Menschen zu ändern, ist nicht allzu groß. Wie schwer ist es schon, sich selber zu ändern – um wie viel geringer die Aussicht, bei einem anderen so etwas zu bewirken.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, zum Glück:

„When?
When?
Why not now?
Why not me?“

Ja, warum eigentlich nicht er? Bei so viel Kreativität und Spaß seitens der Band OK Go mit dem Video zu Needing/Getting  sollte sich die Angebetete das vielleicht doch noch mal überlegen, oder?  😉

P.S. Interessanter Clip über die Entstehung des Videos:

One Moment in Time – Whitney Houston

Whitney Houston ist tot. Auch wenn manche meinen anmerken zu müssen, dass ihr Lebenswandel dazu beigetragen hat – mit 48 Jahren sollte man noch nicht gehen müssen. Und wer weiß schon genau, wer sie war und warum sie was getan hat. Der Song „One Moment in Time“ (Lyrics gibt es hier)aus dem Jahr 1988 stammt aus einer Zeit, in der es ihr wohl noch besser ging als am Ende ihres Lebens. Es wurde zur Hymne der Olympischen Spiele 1988 und passt ja auch ganz gut zum sportlichen Ehrgeiz, diesen einen Moment des Sieges auskosten zu dürfen, dort angekommen zu sein, wofür man jahrelang trainiert hat:

„I want one moment in time
When I’m more than I thought I could be
When all of my dreams are a heartbeat away…

You’re a winner for a lifetime
If you seize that one moment in time
Make it shine“

Aber es geht natürlich um noch viel mehr als glänzende olympische Goldmedaillen in diesem Songtext. Die erste Strophe ist programmatisch:

„Each day I live
I want to be a day to give the best of me
I’m only one but not alone
My finest day is yet unknown“

So spricht jemand mit hohen Ansprüchen an sich selbst und das Leben, immer bereit, das Beste zu geben. Jeder kämpft für sich allein in diesem Lebenswettkampf, aber sie fühlt sich nicht allein, sondern als Teil einer Gemeinschaft – oder von jemandem begleitet. Dabei ist ihr durchaus bewusst, dass der Weg steinig ist und dass man den Erfolg nicht ohne Anstrengung und Enttäuschung haben kann, es ist ein Auf und Ab:

„I broke my heart, fought every gain
To taste the sweet I face the pain
I rise and fall“

Was will sie? Diesen einen Moment, in dem alles so ist, wie es sein soll, in dem Träume wahr werden und alle Fragen beantwortet scheinen, in dem man das Schicksal an seiner Seite hat:

„I want one moment in time
When I’m more than I thought I could be
When all of my dreams are a heartbeat away
And the answers are all up to me
Give me one moment in time
When I’m racing with destiny“

Wie sich der anfühlt, dieser Moment?

„I will feel eternity… I will be… I will be free…“

Freiheit, Ewigkeit, einfach Dasein. Geht das? Kann man das haben im Hier und Jetzt?

Man kann, sagt der Glaube. Wenn man erfährt, dass da mehr ist zwischen Himmel und Erde, als wir zu wissen meinen, dass die Ewigkeit kein Hirngespinst ist, sondern unsere Heimat und  manchmal hier schon aufscheint.

Man kann, sagt die Liebe. Zumindest für einen Moment, in dem man einfach so sein kann, wie man ist und wer man ist.

Man kann, sagt die Hoffnung. Eines Tages werde ich frei sein, auch frei vom Zwang, immer alles geben zu müssen und vielleicht daran zu zerbrechen.

Whitney Houston ist scheinbar daran zerbrochen, wer weiß. Obwohl sie eigentlich die Lösung, die Entlastung von diesem Druck kannte. Sie ahnte, dass der Erfolg letztlich nicht machbar ist, dass sie zwar ihren Teil dazu beitragen musste, dass da aber jemand ist, der ihr die Hände füllen musste, damit dieser „moment in time“ wahr wurde:

„I’ve laid the plans
Now lay the chance
Here in my hands“

Wen spricht sie da eigentlich an? Das Schicksal, Gott? Es klingt wie ein Gebet, dieses Lied.

Möge Whitney Houston diesen Moment von Freiheit und Ewigkeit nun erleben.

Besuch von der Ex: Someone like you – Adele

Man kommt ja nicht drum herum, um dieses Lied, das schon wochenlang die Nr. 1 in den deutschen Charts belegt. Mit „Someone like you“ aus dem Album „21“ hat die britische Künstlerin Adele den ganz großen Hit gelandet. Und meine Vermutung bestätigt sich einmal mehr: Lieder über Liebeskummer berühren oft mehr als Songs, die einfach die Freude und das Glück einer Liebesbeziehung besingen. Sagt sie selber auch im Lied:

„Sometimes it lasts in love, 
But sometimes it hurts instead.“ 

Der, den sie geliebt hat und immer noch liebt, wird nicht begeistert sein von ihrem Auftritt. Er ist inzwischen glücklich verheiratet – mit einer anderen.

„I heard that you’re settled down, 
That you found a girl and you’re married now. 
I heard that your dreams came true…“

Und so fragt sie fast ein wenig scheinheilig: Warum bist du so zurückhaltend und still, so kenne ich dich doch gar nicht:

„Old friend, why are you so shy? 
Ain’t like you to hold back or hide from the light.“

Für ihn ist sie Vergangenheit, für sie ist die Erinnerung an vergangene Zeiten so präsent und lebendig, dass sie noch einmal in sein Leben platzen  muss- ihr ist durchaus bewusst, dass sie da eine Grenze überschreitet, aber der Wunsch ihn wiederzusehen, ist übergroß:

„You know how the time flies, 
Only yesterday was the time of our lives. 
We were born and raised in a summer haze, 
Bound by the surprise of our glory days. 
I hate to turn up out of the blue uninvited, 
But I couldn’t stay away, I couldn’t fight it…“

Was sie von ihm will? Dass er sich auch erinnert, dass er sie nicht vergisst – und naja, dass er sich vielleicht wieder in sie verliebt:

„I had hoped you’d see my face, 
And that you’d be reminded that for me it isn’t over…Don’t forget me, I beg“

Ganz schön schwierig und unter Umständen peinlich, diese Situation. Aber wer verliebt ist, dem ist das egal.

Ob man ihr das abnehmen  darf, dass sie ihm das Allerbeste wünscht? Da nagt auch Eifersucht und wer kennt sie nicht, die Frage: was hat sie/er, das ich dir nicht geben konnte? Es klingt fast ein wenig trotzig, wenn sie beteuert, dass sie schon jemand anderen finden wird – ehrlicher  scheint mir  ihre Erkenntnis, dass er für sie einzigartig war und ist:

„Nothing compares, 
No worries or cares, 
Regrets and mistakes, they’re memories made, 
Who would have known how bittersweet this would taste?

Never mind, I’ll find someone like you. 
I wish nothing but the best for you.“ 

Wie lange kann so etwas  gehen – die Trauer um eine verlorene Liebe? Wieviel  Zeit gibt man sich heute dafür, bevor man sich in eine neue Beziehung stürzt?  Und warum hilft es nicht, wenn andere beteuern, dass die Zeit alle Wunden heilen werde? Sie tut es ja, meistens – zum Glück.

Zumindest lernen wir, mit den Wunden und Narben zu leben:

„Regrets and mistakes, they’re memories made, 
Who would have known how bittersweet this would taste?“

Und ja, man kann auch den Schmerz lieben, für eine Weile, und solche Lieder wie Adeles “Someone like you” hören – oder  “New Age”  oder “Happiness” oder „Somebody that I used to know“…  Den oder die Ex sollte man aber vielleicht nur in Gedanken aufsuchen, alles andere ist meistens nicht sehr förderlich für die „Wundheilung“ …. 😉

Hier noch ein Link zu einem schön-melancholischen Video zum Song, gefilmt frühmorgens in Paris, der Hauptstadt der (unglücklich) Liebenden

 

 

 

Wer bin ich? The person I should have been – James Morrison


Jahreswechsel sind ja immer so eine Gelegenheit, Resümee zu ziehen. Wie war das vergangene Jahr? Was bringt das neue? Bleigießen soll uns etwas über die Zukunft verraten, Vorsätze werden gefasst. Was sagen die Sterne – Horoskope haben Hochsaison. „Die Chancen werden 2012 neu verteilt“ stand in meinem – man könnte meinen, das sei ja immer so, stimmt aber auch nicht wirklich. Manche haben mehr Chancen als andere, manche sind gleicher als andere….

Der britische Sänger James Morrison zieht auch Bilanz in seinem Song „The person I should have been“  (Lyrics gibt es hier) aus dem Album The Awakening (2011). Es muss sich etwas ändern in seinem Leben, es braucht  Farbe nach einer schwarzen, dunklen Phase:

„I’m gonna start again
This world (wall?) I painted black
Just needs some colour
I’m gonna live my life like the other
Person I should have been…“

Das Licht in seinem Inneren droht auszugehen, man kann sich auch ans Dunkel gewöhnen, darin und im Schmerz den Sinn sehen – aber jetzt muss Licht her:

„I ain’t tapping out, no no no no
To this dark and twisted dream
That’s kept me living
I pray to my soul
To keep its fire burning
And when it does…“
I’m gonna let it shine…“

Er möchte nicht bereuen was war, aber doch einen Neuanfang wagen, seine andere Seite ans Licht lassen:

„I’ll make the best of this life I’ve got left
Got no time for no regrets
Gonna show you just what I can be
The person I should have been…“

Dafür braucht er keinen Jupiter oder Saturn in besonderer Konstellation, nur einen anderen Blickwinkel:

„I wanna change my perspective of reality
Be a much better version of me
The person I should have been…“

Das ist harte Arbeit und passiert nicht von selbst, es braucht Zeit, manchmal Reinigungs-Rituale, Ermutigung und Entscheidungen und das Wissen darum, dass man auch anders hätte handeln können oder sollen.

„And it might take time, take time…

Put my sincerity to the test
Wake up my senses finally
The water washes me clean…“

Wer bin ich eigentlich? Kann ich wirklich von vorne anfangen, nur weil der Kalender von vorne anfängt? Ich nehme das „alte“ Selbst immer mit, das wissen nicht nur Psychotherapeuten, das ahnen wir alle. Unsere Vergangenheit ist immer bei uns, begleitet uns, macht uns auch aus.

„Who am I now?
A lonely man that’s fallen down
No I can’t change
The past that time has all burned out…“

Wir SIND unsere Geschichte, wir verändern uns in ihr und schöpfen unser Potential vielleicht nie ganz aus, lernen uns vielleicht nie ganz kennen. Das mag beunruhigend sein, diese Schattenseiten in uns zu ahnen, aber ich finde das auch spannend und ermutigend:

„But I know somewhere inside of me
Is the person I could have been…“

Wer weiß, welche Persönlichkeitsanteile das Leben im Jahr 2012 in uns hervorlockt, welches „awakening“ uns bevorsteht – vielleicht werden wir uns wundern.

Bildschön: Somebody that I used to know – Gotye feat. Kimbra

Der Australier/Belgier Wouter De Backer  alias  Gotye  (sprich wie Gaultier, der Modeschöpfer) ist mit seinem originellen Video zum Song „Somebody that I used to know“  ( Link zum Video und Songtext/Lyrics  hier) aus dem Album  „Making Mirrors“ (2011) ganz groß auch auf der europäischen Bühne angekommen.

Thema ist wieder einmal das Scheitern einer Liebe. Warum nur sind all die Dinge, die wir für so wichtig halten, so kompliziert? Frieden, Gerechtigkeit, Liebe – wir suchen sie und meinen sie manchmal zu finden – und schon sind sie uns wieder entglitten.

Was bleibt, ist der Rückblick auf etwas, das mal da war und was der Sänger für Liebe hielt:

„Now and then I think of when we were together
Like when you said you felt so happy you could die
Told myself that you were right for me…“

Aber da war ein Zweifel von Anfang an, eine Traurigkeit, ein Wissen darum, dass es nicht „die Richtige“ ist:

„But felt so lonely in your company
But that was love and it’s an ache I still remember
You can get addicted to a certain kind of sadness
Like resignation to the end…“

Kann man sich an den Schmerz gewöhnen, an das Selbstmitleid? Gewiss, und da heute Beziehungen oft scheitern, ist man regelrecht dazu gezwungen, mit dieser Erfahrung weiter zu leben. Und man ist ja erwachsen und trennt sich einvernehmlich und als Freunde, denkt man jedenfalls:

„So when we found that we could not make sense
Well you said that we would still be friends
But I’ll admit that I was glad that it was over…“

Bisher bleibt der Sänger im Video relativ regungslos, er hat alles im Griff, so scheint es. Aber dann bricht der Schmerz doch hervor. Was scheinbar so spurlos an ihm vorbeigeht, hat doch furchtbar gekränkt:

„But you didn’t have to cut me off
Make out like it never happened                                                  
And that we were nothing…“

So tun, als wenn nichts gewesen wäre, die gemeinsame Geschichte auslöschen, ja, jeglichen Kontakt abbrechen und die Freunde beauftragen, die restlichen Sachen abzuholen, das ist ja wohl unterste Schublade:

„But you treat me like a stranger
And that feels so rough
You didn’t have to stoop so low                                                                                     
Have your friends collect your records
And then change your number…“

Aus der großen (oder kleinen?) Liebe wird einfach eine Bekannte:

„Now you’re just somebody that I used to know…“

Soweit die eine Seite der Geschichte. Dann hören wir die andere, IHRE, dargestellt und gesungen von der neuseeländischen Künstlerin Kimbra :

„Now and then I think of all the times you screwed me over
But had me believing it was always something that I’d done
And I don’t wanna live that way
Reading into every word you say…“

Sie fühlt sich betrogen, eingeengt, für alle Probleme verantwortlich gemacht und zieht einen Schlussstrich. Sie bewegt sich heraus aus dem Gemälde, schüttelt sich regelrecht frei, geht auf ihn zu und wieder zurück. Sie verliert die Farbe – und es ist, als ob er sie hier zum ersten Mal wirklich wahrnimmt und ihr fast bedauernd hinterher sieht.

Kann man sich so täuschen, kann man so blind sein?  Sind wir alle zu sehr damit beschäftigt, unser Leben zu entwerfen, die richtigen „Farben“ für unser  Lebens-Gemälde  zu designen – so sehr, dass wir die Menschen gar nicht mehr richtig wahrnehmen, die wir einfach in das Bild meinen einfügen zu können? Werden sie zu Körpern (some-body), Statisten, Leinwand, die wir meinen gestalten zu können?

Sehen wir genauer hin, bevor es zu spät ist und wir die Liste  derer, die wir mal „ganz gut kannten“ (somebody that I used to know), wieder um einen Namen verlängern müssen…

Nimm dir das Leben – Udo Lindenberg

Foto via Wikipedia

Udo Lindenberg hat es dieses Jahr geschafft, mit dem Album „Udo Lindenberg MTV unplugged“ wieder ganz groß und locker rauszukommen – sehr schöne Remakes seiner Songs sind da entstanden, zusammen mit Künstlern wie Clueso, Max Herre, Inga Humpe und Jan Delay und  – und Udo und Clueso hat es ganz weit hinauf  in die Charts verschlagen mit „Cello“.

Nimm dir das Leben“  ist jetzt zwar kein richtiger Weihnachtssong, aber dieses Lied hat auch irgendwie etwas damit zu tun, mit der Liebe zum Leben.  Um die geht es ja Weihnachten auch, wenn der, der das alles hier ins Leben gerufen hat, sich nicht zu schade ist, sich mitten hinein zu begeben in unser manchmal recht armseliges und mühseliges Leben.

Der auch etwas „alt“ gewordene Udo singt hier einem Freund Mut zu, der es nötig hat, und ruft ihm vergangene glorreiche Zeiten in Erinnerung:

„Wir war‘n  zwei hammerkrasse Typen, zwei  wie‘s sie nur einmal gab,                          früher war‘n wir doch unsterblich…“.

Aber jetzt?

„Jetzt stehst du mit einem Bein im Grab.                                                                               Die Welt da draußen macht dich fertig und du sagst du hast genug..“

So ist das manchmal mit der Kraft und der Energie – die Akkus sind leer, ans Aufladen denkt man zu spät und schon geht das Licht aus:

„Wo ist deine Power hin, wo ist sie geblieben?“

Es ist schon seltsam, dass ausgerechnet die so schöne Weihnachtszeit viele an die Grenzen der Erschöpfung treibt, so dass einigen sogar der Suizid als Ausweg erscheint, dass in vielen Familien ausgerechnet in dieser Zeit der Haussegen schief hängt – wie traurig ist das? Gut, wenn einem dann einer sagt:

„Wir sind doch keine Automaten, wir sind ein Wunder, du und ich,                                    lass die andern weiterhetzen,  weiterhetzen – wir nicht!                                                       Wir streunen locker durch die Gegend, mal sehn wohin es uns so bringt…

Nimm dir das Leben und lass es nicht mehr los,                                                             denn alles was du hast, ist dieses eine bloß.                                                                       Nimm dir das Leben und gib‘s nie wieder her,                                                                  denn wenn man es mal braucht, dann findet man es so schwer.“

Also: Leben nehmen, ja, aber im positiven Sinne des Wortes. Was das für jeden persönlich bedeutet, mag unterschiedlich sein. Letztendlich ist alles, was  Leben fördert – meins und das der anderen – gut und im Sinne des Erfinders, oder?

Und denkt dran: nehmt euch das wahre Leben so oft und wann immer ihr könnt – und lasst die andern weiterhetzen…  😉  Macht mal Pause, bleibt stehen, setzt euch hin, hört Musik, singt, lest, liebt, lacht, redet mit anderen, oder bewegt euch, geht hinaus in die Natur, in die Stadt – findet heraus, was  euch gut tut – und seid ein Licht im Leben der anderen!

In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Leserinnen und Lesern

lebendige, frohe Weihnachten und ein gutes Jahr 2012!

P.S. Jetzt, gegen Ende des Jahres 2012 kommt ein Video zum Song:

Himmel über Husum: Casper – Michael X



Ist das jetzt Rap oder Pop oder Indie, was der Casper da macht? Darüber streiten sich die Gelehrten auf rap.de und anderswo mit erstaunlicher Aggressivität. Ist mir egal. Ich weiß auch noch nicht, was ich von der Stimme halten soll, aber dieses Video hat mich definitiv für Benjamin Griffey alias Casper eingenommen. Gedreht in meiner „quasi-zweiten-Heimat“ Husum in Nordfriesland. Im Song „Michael X“ aus dem Album „XOXO“ (2011) geht es angeblich um einen Jugendfreund, der sich das Leben genommen hat. Ab und zu „kommt er vorbei“, ist für seine Freunde spürbar und Casper gratuliert ihm zum  Geburtstag:

„Jedes Mal wenn der Wind pfeift und durch Äste weht,
bilden wir uns einfach ein, du willst nur nach dem Rechten seh’n.
Dann warst du kurz zu Besuch, leider nur zu Besuch, hoff ‚es geht dir gut,
da wo du bist.

War schön, dich zu seh’n, verdammt, alles Gute zum Geburtstag, bis nächstes Jahr!“                                                                                                                                                                                                                                                    

Casper erinnert sich an die guten, alten Zeiten der gemeinsamen Jugend, die ja gar nicht so lange her ist (Casper ist Jahrgang 1982)- sex , drugs, music, ob hip hop oder rock oder punk, ist ja egal, das macht einen großen Teil dieser Zeit aus.

„Ich weiß noch, wie …
Wir die Lieder sangen, die vom Leben lieben handeln,
Tequila tranken, machten Jägermeister platt,
In den Mond schrien: „Verdammt,
wir sind die geilste Gang der Stadt!“

Du warst unser Bruce, wir deine kleine E-Street Band,
Hatten nie viel Geld, aber jeden Tag mega Brand, Rewe-Markt, Rotwein im Tetrapack für den Weg gezockt…“

All die Anspielungen auf andere Bands und Zitate in den Lyrics sind hier ganz wunderbar zusammengestellt, das möchte ich hier nicht wiederholen.

Und was ist mit Michael, der sich aus dem Staub gemacht hat? Er war cool, das Bindeglied in der Clique, aber immer auch ein bisschen anders – hätte man kommen sehen müssen, was passiert ist?

„Ich weiß noch wie du sagtest:
‚Nie werd ich 27‘
du warst unser Bruce (Springsteen)
bist schon immer weg, wenn’s auf Partys am besten war…“

Alles hat sich verändert. Aus dem „Teenagerspaß“ wurde der Ernst des Lebens. Nach der Zivildienstzeit kommt nicht die Karriere als Astronaut oder Rockstar, sondern                                                                

„Sieh nur die Stadt, wie sie dabei sind, alles einzureißen,
kreidebleiche Gesichter schwer von der Zeit gezeichnet.
Zuviel Korn und Wein
treibt zur Morgenzeit Sorgen heim,
ein Ort ertränkt in Akkordarbeit…“
Man lächelt und nickt, redet’s Wetter schlecht, ab und an mal SMS…“          

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Ist das so? Sollte man wirklich vor 27 die Biege machen? Nur weil man merkt, dass wir nicht (nur) zum Vergnügen hier sind? Aber man hat’s ja auch als Teenager nicht leicht, wie man am Beispiel Michael X sehen kann und, ja, es tut weh, erwachsen zu werden, „is so“…

Andererseits, eine Jugend, die nicht aufbegehrt, ist mir auch suspekt. Casper findet hier eine Sprache, die offenbar die Gefühle seiner jungen Fans anspricht und Bilder, die auch bei mir etwas anrühren:

„Und deine Mum hält dein Zimmer wie du’s gelassen hast,
an dem Moment wo dich Willen und Mut verlassen hat.
Die Lautsprecher tönen es laut,
dein Lieblingslied, aber hörst du das auch?
Sag, hörst du das auch, da wo du bist?“

Und zum Glück gibt es auch nach 27 noch so etwas wie Liebe, die vielleicht bleibt:

„Spring nicht mehr von Bett zu Bett, schwer zu fassen, ich weiß
Kein Plan, ob’s Lieben ist, doch was es ist, ich hoff‘, dass es bleibt
Drück‘ mir die Daumen…“

…und einen Himmel, der vielleicht nirgendwo so schön und weit ist wie über Nordfriesland:

„Hoff‘ es geht dir gut, da wo du bist
Da wo du bist.“

© PhotoXpress.com 1699886

Rolle rückwärts? Video Games – Lana del Rey

Lana del Rey, gebürtige Elizabeth Grant,  bastelt sich einen Kunstnamen aus Lana Turner und dem Ford Modell Del Rey aus den 80er Jahren, unterzieht ihre Lippen einer Botox-Behandlung und macht sich auf, der neue Shooting Star am Sternchenhimmel zu werden. Die Stimme – wirklich besonders, die Melodie von Video Games eindringlich-meditativ, das Video –  eine gekonnte, rasante Collage aus 50er und 60er-Jahre Zeitzeichen gemischt mit aktuellen Aufnahmen im angesagten Retro-Look.

Was sie da singt? Auf den ersten Blick ein ganz normales Liebeslied. Sie skizziert eine Szene wie aus einem Film: Sie wartet auf ihn im Hof, er fährt vor in seinem schnellen Wagen, pfeift ihren Namen, genehmigt sich ein Bier und lädt sie ein, zu ihm zu kommen und sich die Zeit mit einem Video Spiel zu vertreiben:

„Swinging in the backyard 
Pull up in your fast car 
Whistling my name 
Open up a beer 
And you say get over here 
And play a video game. „

Dann geht’s zur Sache, sie legt (warum jetzt erst?) sein Lieblingsparfum auf, legt einen Striptease hin und der Abend nimmt seinen Lauf:

„I’m in his favorite sun dress 
Watching me get undressed 
Take that body downtown 
I say you’re the best
Lean in for a big kiss 
Put his favorite perfume on.“ 

So weit, so romantisch. Grundsätzliches über die Liebe bildet den Refrain des Songs, auch sehr rosarot: die Welt ist nur für uns zwei da, ohne Liebe ist alles nichts:

„It’s you, it’s you, it’s all for you 
Everything I do 
I tell you all the time 
Heaven is a place on earth with you…
They say that the world was built for two 
Only worth living if somebody is loving you“ 

Etwas irritierend ihre Rückfrage:

„I heard that you like the bad girls 
Honey, is that true? „

Man weiß nicht so genau, findet sie das beängstigend oder turnt sie das an? Ihre Liebe beteuert sie weiterhin. Und wie um zu beweisen, dass sie die Rolle des „bad girl“ auch spielen kann, kommen andere Untertöne ins Spiel:

„Singing in the old bars 
Swinging with the old stars 
Living for the fame 
Kissing in the blue dark 
Playing pool and wild darts 
Video games 
He holds me in his big arms 
Drunk and I am seeing stars 
This is all I think of 
Watching all our friends fall 
In and out of Old Paul’s 
This is my idea of fun 
Playing video games.“ 

Der Traum vom Leben im Ruhm, in Kneipen, mit Drogen, Spiel und Alkohol – dazu die Bilder im Videoclip, diese Mischung aus Lebensfreude, Spaß und menschlichen Abgründen: das Bild vom American Dream und von der rosaroten Liebesgeschichte wirkt verzerrt, die hübsch gestylte Sängerin in den Armen eines Video Games spielenden Macho – ganz schön schräg.

Überhaupt dieses Frauenbild: haben wir emanzipierten Mütter unsere Töchter nicht vor solchen Typen gewarnt? Haben wir nicht immer wieder betont, dass es nicht nur auf die äußere Schönheit ankommt und dass wir nicht die Püppchen auf dem Schoß der Männer sein wollen und sollen? Eben! Die Töchtergeneration geht ihre eigenen Wege und spielt mit diesen Klischees, vielleicht verunsichert, vielleicht genervt, vielleicht trotzig gerade drum. Es ist nicht so einfach, sich zu entscheiden zwischen all den Rollenangeboten, die jungen Frauen heute gemacht werden.

Lana des Rey bedient in Video Games ja nicht einfach das Klischee vom seligen Hollywood-Himmel, von den guten alten Fifties und Sixties, auch der amerikanische Traum hat seine Schattenseiten.

In Zeiten der Krise (und in einer solchen befinden wir uns sicherlich, auch wenn wir das in Deutschland nicht so deutlich spüren) gibt es immer mehrere Optionen: neue Visionen entwickeln oder die „Rolle rückwärts“ in die guten, alten Zeiten. In der Generation der jungen Erwachsenen spüre ich eine gewisse Ratlosigkeit. Wovon sollen wir träumen, woran sollen wir glauben, wo führt das hin?

Kunstfiguren zu schaffen scheint ein Erfolgsrezept in der Pop-Industrie zu sein. Hoffen wir mal, dass Lana del Rey weiß, wer sie wirklich ist und was sie wirklich will…außer Geld verdienen natürlich, wie wir alle.     😉