Ganz schön clever? Never say Never – Justin Bieber

JUSTIN BIEBER and JADEN SMITH „Never Say Never“ from ISAAC HAGY on Vimeo.

Als ich verkündete, ich wolle Justin Bieber’s Song „Never Say Never“ (Lyrics findet ihr hier) mal im Blog unter die Lupe nehmen, sagten meine Söhne einstimmig: NEVER! Sie sind eben keine 12jährigen Mädchen und weigerten sich regelrecht, mir bei der Übersetzung einiger mir unverständlicher Passagen zu helfen…(ja, die gab es erstaunlicherweise!) Aber ich kenne nun mal keine musikalischen Tabus😉 und war neugierig auf das Phänomen JB. An ihm scheiden sich ja wirklich die Geister: hysterische Bewunderung oder abgrundtiefe Verachtung, dazwischen gibt es nichts. Die psychologischen Hintergründe wären mal eine Untersuchung wert. Aber hier soll es ja um einen Songtext gehen.
Der Titel von Lied und Kinofilm ist ja nicht sonderlich originell. Jede Menge KünstlerInnen vor ihm haben sich an diesem Titel versucht, u.a. Alias, Kim Wilde, The Fray und Jennifer Rush. Ich musste natürlich auch an den James-Bond-Film „ Never say never again“ mit Sean Connery denken.
Sag niemals nie – das ist eine Lebensweisheit, die sicherlich viele unterstreichen können. Man mag zu Justin Bieber als Künstler oder kommerziellem Produkt stehen wie man will. Seine bisherige, noch relativ kurze Lebensgeschichte liest sich in der Tat wie eine Illustration dieses Slogans.
Seine Botschaft: du kannst es schaffen, lass dich nicht unterkriegen. „See, I never thought that I could walk through fire. I never thought that I could take the burn.”
Das wollen Teenager gerne hören. “ I never thought I could feel this power.
I never thought that I could feel this free. I’m strong enough to climb the highest tower and I’m fast enough to run across the sea.
Das ist ja auch besser als: Du schaffst das nie. Ermutigende Pädagogik, das lernt man doch heute als Eltern und LehrerInnen.
Als Beispiel dient im Video die Geschichte Karate Kids (2010) , im neuesten Film dargestellt von Jaden Smith, der Bieber in diesem Song begleitet. In seinen Worten finden bestimmt viele ihre Erfahrungen wieder: der Andere ist größer und stärker als ich. „Now he’s bigger than me, taller than me. And he’s older than me and stronger than me. And his arms a little bit longer than me.”
Aber er hat Justin Bieber an seiner Seite –„but he ain’t on a JB song with me!” – und das gibt ihm ungeahnte Kräfte. Die Bilder, die hier zum Einsatz kommen, lassen uns Erwachsene schon etwas die Stirn runzeln, aber hey, für uns ist dieser Song ja auch nicht bestimmt! „Like Luke with the force, when push comes to shove. Like Kobe with the 4th, ice water with blood.” So wie Luke Skywalker wenn es hart auf hart kommt, die “Macht” an seiner Seite hat und Kobe Bryant seinem Basketballteam kaltblütig im letzten Viertel die zum Sieg erforderlichen Punkte verschafft, so sollen sich die Kids durch Biebers Song (und seine Person?) ermutigt fühlen. Da werden sogar biblische Vergleiche herangezogen: „Like David and Goliath, I conquered the giant.“
Jaden Smith singt im weiteren Verlauf (nettes Wortspiel!): „No pun intended, was raised by the power of Will…. I was born from two stars, so the moon’s where I land.” Ganz schön selbstbewusst, der Junge, Kind der berühmten Star-Eltern Will Smith und Jada Pinkett Smith. Da kann man schon mal davon phantasieren, auf dem Mond zu landen…
I gotta be the best, and yes, we’re the flyest… I will never say never! (I will fight) I will fight till forever! (make it right)” – immer der Beste sein, der Stärkste, der Coolste, nie aufgeben – daraus werden die Stars heutzutage gemacht. Und daran scheitern auch ganz viele. Was, wenn der Traum nicht wahr wird? Wenn ich immer Mittelmaß sein werde? Wenn ich nicht aus einer berühmten Familie komme (wie die meisten von uns…)? Kann ich dann nicht glücklich sein, meinen Weg gehen?
Auch mal schwach sein, Fehler machen, hinfallen – das gehört auch zum Leben dazu. Clever zu sein heißt auch, damit umgehen zu können. Das muss einer wie Justin Bieber wahrscheinlich erst noch lernen. Vielleicht findet er dafür ja noch Worte und Melodien in seiner künstlerischen Karriere, wer weiß. Er ist ja noch jung.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich mal mit Justin Bieber näher befassen werde…ganz schön clever, sein Ratschlag: „Never say never!“😉

5 Gedanken zu „Ganz schön clever? Never say Never – Justin Bieber

  1. Hallo Uta,

    ja, Justin Bieber ist eben ein Teenie-Star. Er steht noch am Anfang. Aber der Song hat doch etwas Ermutigendes: Gib niemals auf! Ist doch gut so, diese Einstellung. Und dann sehen wir noch Jaden Smith, talentierter Sohn von Will Smith. Ich mag ihn. Er hat gute schauspielerische Talente (Neben „Karate Kid“ auch zu sehen in „Das Streben nach Glück“). Die „Jungs“ werden ihren Weg schon machen.

    Annegret

    • Liebe Annegret, du bist immer die Erste, die einen Kommentar schreibt, das ist nett – ich freu mich. Ich rechne mit sehr unterschiedlichen Reaktionen auf dieses Lied. Auf meiner Facebook Seite hat sich gleich ein Streit entfacht – die JB Hater sind echt radikal, ich verstehe das Phänomen nicht so ganz. Sicherlich ist das keine anspruchsvolle Musik, aber da steht er ja nicht alleine. Ich kann auch verstehen, warum Teenies so was gerne hören – und die Botschaft hat ja auch was, wie du sagst. Mal sehn, ob in eine paar Jahren noch jemand von ihm spricht. Wir werden sehen….😉

  2. Ich muss sagen, gegen den Song an sich habe ich nichts, ich habe nur etwas dagegen, dass Justin Bieber ihn singt. Der gute „Mann“ ist ein Produkt seiner Plattenfirma, die aus ihm einen unglaublich gehipten Pop-Star gemacht hat. Er kann singen, aber bestreitet niemand, aber er kann nicht so gut singen wie er und offenbar viele andere Mensche auch glauben. Er ist eben das Gesamtpacket, dass was ein Teeny-Mädchen sich wünscht. Und wenn er dann noch einen Song wie „Never say Never“ singt ist das nicht, weil er tiefe Gefühle damit zum Ausdruck bringt, sondern weil sein Management damit die große Kohle scheffeln kann. Klar fühlt sich jeder von diesem Song ermutigt und klar haben alles das Gefühl, dass „JB“ uns damit Kraft bringen will, doch in meinen Augen ist das einfach ein weitere Versuch, mit dem Jungen Geld zu verdienen und das kotzt mich an. Ich habe nichts gegen Justin Bieber, jeder andere der so eine Möglichkeit bekommen hätte hätte da sicher auch nicht nein gesagt, ich bin einfach kein Fan von dieser komerziellen Vermarktung des Produkts Justin Biebers, dass nur deshalb so gefeiert wird, weil sich viele Menschen von den Medien so beeinflussen lassen.

    • Tja, zum Geld verdienen gehören immer zwei Seiten: die Vermarkter und die Konsumenten – und davon gibt’s offenbar genug, jedenfalls zur Zeit. Und da kann man es dem Jungen wirklich nicht übel nehmen, dass er auf der Welle reitet, oder? Ich vermute auch, dass die meisten Großverdiener im Pop-und Rockgeschäft mehr auf die Kohle als irgendwelche „Botschaften“ Wert legen, das ist leider so. Aber man kann sich bei uns ja doch noch das aussuchen, was man mag, trotz Marketing, Werbung etc. Und es gibt zum Glück ja auch noch richtig gute Musik, nicht wahr? Gruß, Uta

  3. Pingback: Lyrics-unter-der-Lupe-Sommer-Ferien-Rätsel 2011 « Lyrics unter der Lupe – Looking@Lyrics

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s