Wenn jetzt Sommer wär‘ – Ingo Pohlmann

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Pohlmann. – Wenn jetzt Sommer wär – MyVideo

Lyrics zum Lied findet ihr hier.

Ja, wenn jetzt Sommer wär‘…ist aber nicht. In ganz Deutschland schneit es, die Temperaturen gehen drastisch zurück. Das Wetter ist Thema Nummer eins, egal wo man hinschaut.
Da kam mir Ingo Pohlmanns Gute-Laune-Lied „Wenn jetzt Sommer wär“ und das dazu gehörige originelle Video mit der „Winterversion“ gerade recht. Das möchte ich euch nicht vorenthalten, es macht einfach Spaß.Hier geht es natürlich auch ums Wetter. Und der Text ist überhaupt nicht schwer zu verstehen und bedarf keiner weiteren Erklärung. Sommer, das heißt: Fahrradfahren, ab ins Freibad oder ans Meer, Eis auf der Zunge und nicht unter den Füßen, Jack Johnson im Ohr, gute Laune pur!
Die Botschaft des Songs liegt im Refrain: „Und wenn bei dir jetzt gerade Sommer ist und du zu Hause sitzt und nicht rausgehst, weil du mal wieder vorm TV klebst, dann denke daran, wenn der Tag dich verliert, dass sich das Wetter ändern wird.“
Ein Gruß aus der Nordhalbkugel an die Südhalbkugel (Hallo Australien, hallo Bondi Beach!), wo jetzt der Sommer bald beginnt. Eine Erinnerung daran, dass das Leben sich woanders abspielt als vor dem Fernseher oder Computer.. Kennen wir ja, diese Ermahnung, und ignorieren sie nur allzu gerne – weil sich dort ja auch eine Art von Leben abspielt, nicht wahr?
Dennoch, mit diesem ganz und gar nicht moralisierenden Lied von der verpassten Chance lasse ich mich gerne dazu ermuntern, das Leben vor meiner Haustür wahrzunehmen, damit der „Tag mich nicht verliert“ und ich ihn nicht.
Das Schöne an diesem Song ist aber, dass er nicht jammert, dass er nicht einfach nur das, was nicht ist (und momentan nun mal nicht sein kann!) beklagt. Auch der Winter macht Spaß, kennt seine outdoor-Vergnügen (neben den sowieso geschätzten Vergnügen wie Kerzen, Kamin, Lebkuchen). Schnee und Eis sind kein Grund, vor dem Fernseher zu kleben. Auch in der kalten Jahreszeit kann ein Tag „mich verlieren“, wenn ich mich nicht blicken lasse.
Also, ab aufs Eis, ab in den Wald, ab auf die Piste, was auch immer.
Dass sich das Wetter ändern wird“, ist eh klar. Finde ich auch gut so. Ich bin ein Sommertyp, definitiv. Auf den kann ich schwerer verzichten als auf den Winter. Den habe ich 7 Jahre lang in Australien nicht vermisst, gar nicht!
Aber so wie in diesem Video, in diesem Song, lasse ich mir den Winterwind gern mal um die Ohren und um die Nase wehen.
Viel Spaß und „Grüße aus dem Winter an alle Sommerkinder!

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Ganz schön heilig: Geboren um zu leben – Unheilig

Hier könnt ihr das Video sehen. Die Lyrics gibt’s hier.

Wie kann jemand, der sich „Unheilig“ nennt, nur so religiös daherkommen? Der Name soll wohl Programm sein, soll provozieren, Neugier wecken. „Heilig“ ist Langeweile, Tradition, Kirche und konservativ. „Unheilig“, das ist aufmüpfig, böse, dunkel, sündig, aber auch frei, fortschrittlich, unangepasst – und damit im Trend.

Der Graf, eigentlich Bernd Heinrich Graf, kommt ursprünglich aus der Gothic-Szene und kokettiert immer noch gerne damit, obwohl in seinen letzten Songs davon eigentlich nichts mehr zu spüren ist.

In seinem bisher wohl erfolgreichsten Lied „Geboren um zu leben“ vom

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Februar 2010 nimmt er Abschied von jemandem, der ihm viel bedeutet hat und mit dem ihn schöne Erinnerungen verbinden: „Es fällt mir schwer, ohne Dich zu leben …. Ich denke an so vieles seitdem Du nicht mehr bist“. Das zum Song veröffentlichte Video legt nahe, das es sich hierbei um einen Freund aus Kindertagen handelt, der leidvolle, aber auch schöne und befreiende Erfahrungen mit ihm geteilt hat. Der Schmerz um den Verlust ist noch lebendig, noch kann der Platz nicht einfach von jemand anderem eingenommen werden, ein ganz normaler Trauerprozess: „Es tut noch weh, wieder neuen Platz zu schaffen, mit gutem Gefühl etwas Neues zuzulassen. In diesem Augenblick bist Du mir wieder nah wie an jenem so geliebten vergangenen Tag.“

Aber irgendwann geht das Leben weiter, man blickt nach vorne, man braucht eine Zukunft, etwas, worauf man sich freuen kann, neue Pläne: „Es ist mein Wunsch, wieder Träume zu erlauben, ohne Reue nach vorn‘ in eine Zukunft zu schau’n.“

Der Refrain übermittelt dann die eigentliche Botschaft des Songs: „Wir war’n geboren um zu leben, mit den Wundern jener Zeit, sich niemals zu vergessen bis in alle Ewigkeit. Wir war’n geboren um zu leben, für den einen Augenblick, bei dem jeder von uns spürte, wie wertvoll Leben ist.“ Das ist nicht schwer zu verstehen, da ist nichts Geheimnisvolles, Mehrdeutiges, auch nicht wirklich Anspruchsvolles… Text und Melodie tendieren wohl eher in die Rubrik „Schlager“ als Rock oder gar Gothic.

Ein „unheiliger Schlager“ – geht das eigentlich? Das Lied beweist es. Wir wollen Trost, Wunder, Ewigkeit, Leben. Jemanden an unserer Seite. Wenn das mal nicht „religiös“ ist, dann weiß ich auch nicht… Und der Graf gibt in Interviews ja auch zu, dass er ein „religiöser Mensch“ sei, dass seine Familie ihm „heilig ist“ (Interview mit der Gießener Zeitung vom 24.3.2010), dass er an Gott glaubt, nur eben nicht an „die Kirche“, obwohl er angeblich Kirchensteuer zahlt, was ich sehr löblich fände bei seinem Einkommen!

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Auch andere Texte, wie „Schutzengel“, und „Der Himmel über mir“ zeugen von dieser Religiosität und sprechen damit offenbar vielen aus der Seele, die sich als „irgendwie religiös oder gläubig“ bezeichnen, sich aber von den Kirchen entfremdet haben. Es ist doch erstaunlich, dass die Bild- und Sprachwelt eben jener Kirchen einfach mitgenommen wird in den „unheiligen Alltag“. Sie taugen offenbar doch zu etwas. Das sollte den Kirchen zu denken geben. Was machen sie nur falsch?

Das Leben in Farbe: Red Song – Hey Rosetta


Lyrics findet ihr hier.

Ich liebe Farben. Buntstifte, Stoffe, buntes Papier. Vielleicht hat mich der Titel „Red Song“ deshalb gleich angesprochen.

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Hey Rosetta, eine Indie-Rock-Band aus Kanada, kann in den Charts nicht mit Lady GaGa konkurrieren, aber was heißt das schon… Red Song aus dem Jahr 2009 ist ein sehr poetisches, ruhiges Lied. Es lohnt sich, da mal näher hinzusehen.

Ein Lied voller Farben, voller Symbole. Nicht alle völlig verständlich, manches mehrdeutig, fast träumerisch. Aber das ist wohl Absicht: „Kind of a love song, kind of a sleeping song, kind of a Joseph song” – so beschreibt Sänger Tim Baker es selbst in einem Interview.

In the white I wake up, in the white I die“ – Weiß, Anfang und Ende, Farbe der Unschuld. Am Anfang ist alles möglich, am Ende alles vollbracht. In Weiß sind alle anderen Farben enthalten.

Aber dann kommt Farbe ins Spiel, die Farbe, die dem Lied den Namen gibt: „somewhere in the red I see your eyes“. Rot ist Liebe, Wärme. Leidenschaft. Rot zieht sich wie ein roter Faden durch den Song, wie eine Art Refrain. „Somewhere in the red, I have your lips…somewhere in the red I taste your skin“. Die Liebe als roter Faden, als Halt, als Refrain im Leben. Schön!

Aber es wird noch bunter im Red Song: „In the green I‘m out walking, and in the green I live”. Grün,  das ist Natur, meine Welt, Wälder und Wiesen, Heimat. Grün ist Geborgenheit, Hoffnung, Alltag.

Das Blau ist dynamischer, kraftvoller hier: „In the blue I’m rising like an ocean”, aber auch gefahrvoller: “ and in the blue it’s down, I sail…“ Blau ist das Meer, die Sehnsucht nach Ferne und Fremdem und Abenteuer, Blau ist das Göttliche, das Herausfordernde.

Dazwischen ein neues Thema: „I dream of a cloud, I dream of you“. Träume kommen ins Spiel und eine Geschichte neben der Liebesgeschichte, aber eigentlich auch eine Liebesgeschichte.

Joseph, der Träumer, der Israelit, der die Träume des Pharao deutet, der von fetten und dürren Jahren träumt, nachzulesen in der Bibel in 1.Mos 37-50: „…his eyes wrappes in all these dreams“.

Joseph ist beliebt: „the girls loved his face and could not look away“, die Frau seines Chefs will ihn verführen. Aber er hat nur Augen für seine Träume.

Joseph bekam als Lieblingssohn einen bunten Mantel vom Vater geschenkt. Seine eifersüchtigen Brüder verkaufen ihn nach Ägypten und schicken dem Vater den blutverschmierten Mantel. Er soll denken, Joseph sei getötet worden: …“coloured cloth in autumn gray…covered with bloody stains“. Hier ist das Rot Farbe der Gewalt, das Leben hat auch Graustufen. Es gibt kein Leben, vielleicht auch keine Liebe ohne Schmerz. Aber es gibt wieder neue Liebe nach dem Schmerz – eine Lebenserfahrung, die hilft zu überleben: „… without the pain we learn to love again“. Auch in der Josephsgeschichte kommt nach dem Schmerz und der Trennung die Vergebung, das Wiedersehen mit dem Vater und den Brüdern.

Dann noch eine letzte Farbe, Un-farbe eigentlich: „in the black I feel you, in the black I sense“. Schwarz ist der Tod, das Ende. Oder doch nicht – I feel, I sense? Es geht weiter, auch im Schwarz. Ist Liebe stärker als der Tod? „Somewhere in the red the colours end“. Nicht im Schwarz enden die Farben, endet das Leben, sondern im Rot, in der Liebe.

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Das kann und muss jede/r für sich deuten.
Führt die Liebe ins Schwarze, in den Schmerz, in das Ende? Hat sie keinen Bestand? Oder hilft sie uns durch das Schwarz hindurch? Kann die Liebe alles in sich aufnehmen, alle Farben, alle Erfahrungen? Ist sie das Größte, Letzte?

Ich hoffe es.

Viele Fragen bleiben offen. Was meint ihr? Was sagt euch das Lied? Würde mich interessieren…

Lovestory ohne Happy End: Bad Romance – Lady GaGa

Ein Video (leider mit schlechter Bildqualität) gibt es hier. Die Lyrics findet ihr hier.

Man kommt ja nicht um sie herum: Lady GaGa hat gerade wieder bei den MTV Europe Music Award mehrere Titel geholt und mit Bad Romance  angeblich den „besten Song des Jahres“ auf den Markt gebracht. Wenn der Song im Radio läuft (und er läuft ja doch immer noch oft), komme ich nicht umhin mitzusingen, ja, es ist ein Ohrwurm. Ich weiß, es geht hier wahrscheinlich nicht so sehr um den Text, sondern um Melodie, Rhythmus, es geht um das Gesamtkunstwerk Lady GaGa, um ihre Videos und ihre irgendwie schon atemberaubenden Auftritte. Die Frau hat eindeutig ein Gespür für das, was die Massen hören wollen und setzt das gekonnt um, dafür bewundere ich sie.

Aber: der Song hat nun einmal lyrics. Nicht, dass man alles verstehen müsste. „Rah-rah-ah-ah-ah! Roma-Roma-ma-ah!” konnte ich in keinem Wörterbuch finden, macht auch nichts…

Es geht um ein „Liebesverhältnis“, eine „bad romance“ eben. Romantisch klingt es nur an manchen Stellen: “I want your love, I want your drama, the touch of your hand. I want your leather studded kiss in the sand.

Aber schon hier deutet sich die schwarze, dunkle Seite dieser Romanze an. Es geht um Gewalt und Rache.
All your love is revenge, you and me could write a bad romance.

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Der Lover wird nicht gerade als liebenswert im klassischen Sinne beschrieben. „I want you ugly, I want your disease, I want your horror, I want your design
‘cause you’re a criminal as long as you’re mine.

Er ist böse, bedrohlich, häßlich und krank. Er bezahlt für sie, sie muss ihm zur Verfügung stehen. Aber sie will ihn, trotzdem, oder besser: deshalb.
I want your love and I want your revenge. I want your love, I don’t wanna be friends .” Sie will keine Freundschaft, sie will keine Liebe. Sie will Lust, Unterwerfung – ihre Form von Gewalt und Macht. Im offiziellen Video wird das deutlich. Sie ist Opfer und zugleich Täterin. Sie zitiert Hitchcock in Bildern (Duschszene) und Worten  : „I want your psycho, your vertigo  stick,  want you in my rear window…“
Am Ende liegt ein verkohltes Skelett neben ihr im Bett. Gruselig. Kein happy end.

Trotz dieser harten, teilweise anstößigen Worte hat der Song solchen Erfolg. Oder vielleicht gerade deshalb. Lieder über die Liebe gibt es schon genug. Und die sind oft genug genauso „einseitig“ wie Lady GaGas Song, nur eben andersherum. Alles eitel Sonnenschein, die wahre große Liebe fürs Leben. Die Realität sieht für viele anders aus. Und selbst wo die Fassade zu stimmen scheint, tun sich manchmal überraschende Abgründe auf. Ich behaupte mal: in  jedem steckt ein Stück „Bad Romance“, ein Stück Fasziniertsein vom  Bösen, Dunklen, Unerklärlichen. Es ist kein Zufall, dass die meisten Morde Beziehungstaten sind, wenn ich richtig informiert bin. Es gibt mehr bad romance im Alltag als wir wahrhaben wollen.

Das musste vielleicht auch mal gesagt oder gesungen werden, ist vielleicht psychologisch gesund… Thanks, Lady GaGA!

Wie das Leben so spielt: Ironic – Alanis Morissette


 

Song und Lyrics findet ihr hier.

Ich weiß, das Lied ist nicht gerade neu, aber es ist eins meiner Lieblingssongs – aus verschiedenen Gründen. Es ist musikalisch vielseitig, es erzählt viele kleine Geschichten, Anekdoten, eher Momentaufnahmen, die jede Menge Bilder im Kopf freisetzen, die Frau hat eine tolle Stimme- und der Song hat eine Aussage, die auch heute, 15 Jahre nach Erscheinen, noch aktuell ist. Weil es nämlich um grundlegende menschliche Erfahrungen geht.

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Ironic“ – das meint hier die Ironie des Schicksals. Es ist schon fast gemein, wie Morissette hier irgendwie augenzwinkernd von Schicksalschlägen berichtet. Noch eher harmlos in dem Bild von der schwarzen Fliege, die den Weißwein ruiniert. Tragischer ist der Lottogewinn des 98jährigen Mannes, der am nächsten Tag stirbt. Und richtig grausam wird es bei der Begnadigung des zur Todesstrafe Verurteilten, die zwei Minuten (!) zu spät kommt…

Noch mehr Beispiele gefällig? Da ist „Mr.Play It Safe“, der Kontrollfreak, der Angst vorm Fliegen hat. Und als er sich endlich zu seinem ersten Flug überwindet, stürzt der Flieger natürlich ab – ausgerechnet ihm passiert das, war ja klar („it figures“)…

Dann wird es noch einmal etwas harmloser: Rauchverbot in der Zigarettenpause, 1000 Löffel zur Hand, wenn man eigentlich ein Messer braucht – bevor es dann wieder eher ans Eingemachte geht: die große Liebe treffen – und dann seine wunderschöne Frau kennenlernen „It’s meeting the man of my dreams and then meeting his beautiful wife, hm...“. Ja, das ist Ironie des Schicksals.

Der Refrain nimmt diesen Gedanken in weiteren Beispielen auf:

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Regen am Hochzeitstag, ein Freifahrtschein, wenn man gerade bezahlt hat, ein guter Rat, den man besser angenommen hätte… „And who would’ve thought… it figures”. Ja, es macht Sinn, es war klar, so ist das Leben eben manchmal, völlig unberechenbar. Durchkreuzt einfach so unsere Pläne, unsere Träume. Gut, wenn man den Frust darüber rausschreien oder noch besser darüber singen  kann wie Alanis Morissette!

Well, life has a funny way of sneaking up on you
When you think everything’s okay and everything’s going right”.

Das Leben erwischt uns manchmal eiskalt.

Aber: es gibt, etwas versteckt und nur kurz angedeutet, auch die andere Seite in diesem Song. Die geht etwas unter bei all dem Schicksalschaos.

And life has a funny way of helping you out when you think everything’s gone wrong and everything blows up in your face. Life has a funny, funny way, of helping you out, helping you out…” Manchmal ist das Leben oder wer oder was auch immer dafür verantwortlich ist, eben auch gnädig mit uns. Uns wird geholfen, wir haben Glück, alles wird plötzlich gut. Da könnte man auch Geschichten erzählen. oder?

Immerhin endet der Song so. Das mag ich!

Denken Männer immer nur an das Eine? In My Head – Jason Derulo

Song und Lyrics findet ihr hier.

Ehrlich gesagt, ich mag das Lied. Zumindest die Melodie, den Rhythmus. Es macht irgendwie gute Laune und bringt mich in Bewegung. Aber der Text? Schauen wir ‘mal…

Denken Männer wirklich immer nur an das Eine?

Dies ist ein Song über Männerphantasien. Ende der 70er Jahre gab es ein Buch von Klaus Theweleit mit dem Titel, musste man als emanzipierte Studentin gelesen haben… Der hätte seine reine Freude an dem Song gehabt.

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Die Szene: ein Club, laute Musik, viele Leute. Auf der Suche. Nach was? Derulo unterstellt: nach Liebe – „Everybody’s looking for love. Ain’t that the reason you’re at this club. “
Stimmt so, ganz allgemein gesagt, oder nicht? Auch wenn sich die Geister bei der genaueren Beschreibung dessen wahrscheinlich schnell scheiden würden.

Die in dem Song angesprochene Frau sucht Kontakt und vielleicht Liebe, indem sie mit jemandem tanzt. „You ain’t gonna find it dancing with him. No. Oh.I got a better solution for you girl.“

Jetzt kommt Jason’s Einsatz. Es gibt einen schnelleren, effektiveren, viel direkteren Weg, Liebe zu finden: „just say the word and we’ll go“. Which word? Wird nicht verraten, bleibt unserer Phantasie überlassen. Vielleicht einfach „Komm…“

Und dann geht’s zur Sache. „I’ll be your teacher, I’ll show you the ropes“. Derulo verspricht viel. Er der Lehrer, sie die Schülerin in Sachen Liebe, ok wohl eher oder erst mal in Sachen Sex. Und da wird nicht lange gefackelt, wie in der zweiten Strophe klargestellt wird: „Instead of talking let me demonstrate. Get down to business, let’s skip foreplay…“ Reden, tanzen, Vorspiel, alles „game“, unnötig, nur Verzögerung.

Das mag in der Tat eine Seite der „Liebe“ sein, die nicht jede(r) kennt oder kennenlernen will…Der Sänger steht dazu, die Frau erfüllt seine (Männer-)Phantasien, liefert sich ihm aus und hat Spaß daran? „In my head, I see you all over me. In my head, you fulfill my fantasy”.

Will ich Jason Derulo wirklich als Lehrer in Sachen Liebe haben? Hmm…

Und denkt ihr Männer wirklich immer nur an das Eine?

Aber: ich mag den Song, trotzdem! In my head, you fulfill MY fantasy… 😉

Wünsch‘ dir ‚was! Airplanes – B.o.B./Hayley Williams

Den Song kann man hier hören und die Lyrics findet ihr hier

English version click here

„Airplanes“ ist schon mal ein guter Titel – für mich jedenfalls. Ich fliege gerne. Flugzeuge stehen für Wunder der Technik, Erfolg, Ferne, Abenteuer, den Traum von der großen, weiten Welt.

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Und um Träume geht es hier in diesem Song von B.o.B. „Lasst uns mal so tun als ob Flugzeuge Sternschnuppen wären…“ Wenn ich eine Sternschnuppe sehe, darf ich mir ‘was wünschen: „Can we pretend that airplanes in the night sky are like shooting stars.
I could really use a wish right now…“

Damit ist das Thema des Songs klar: Träume, Wünsche, Ziele und das Zerplatzen derselben.

Das Lied „Airplanes“ lebt von Gegensätzen. Mann-Frau, schwarz-weiß (B.o.B: und Hayley Williams), melodischer Pop im Refrain und schneller Rap in den Strophen.

Vom dunklen Nachthimmel geht’s auf die Bühne des Erfolgs. „After all the partyin’ and smashin’ and crashin’, and all the glitz and the glam and the fashion and all the pandemonium and all the madness
– Momentaufnahmen aus dem Leben des Superstars, aufregend, bunt, laut, hektisch.

Und dann der Absturz: „you fade to the blackness“ – du verblasst, löst dich auf in Dunkelheit. Auch hier wieder das Spiel mit Kontrasten.  Klassische Szene, Albtraum eines Künstlers: du wartest auf den nächsten Anruf, das nächste Engagement – und das Telefon bleibt stumm – „and when you’re staring at that phone in your lap and you hoping but them people never call you back….“ Du kannst dir nie sicher sein, wie die Sache sich entwickelt, und du musst immer auf dem Sprung sein, immer in Eile, keinen Flieger verpassen, Versprechungen machen: „So airplane airplane, sorry I’m late, I’m on my way so don’t close that gate. If I don’t make that then I’ll switch my flight and I’ll be right back at it by the end of the night…

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Wie wohltuend nach dieser Hetze wieder der Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel – „I could really use a wish right now…“.

In der zweiten Strophe dann der Wunschtraum, die Sehnsucht nach dem einfachen (?) Leben, das schon in der ersten Strophe einmal angedeutet wurde: „to go back to a place much simpler than this…“. Zurück zu den Anfängen als kleiner, unbedeutender Straßenmusikant, der für ein Trinkgeld in der U-Bahn spielt („to get a tip at subway“), der nur um der Musik willen und der Freude daran („for the hell of it“) rappte und nicht, um sein Bankkonto aufzufüllen. Geld, bzw. das Nichtvorhandensein von Geld, ist hier mehrmals Thema. Geld – manchmal etwa  eine Belastung?

Es geht auch um Heimat und Herkunft, um Sprache und Identität. „And back before I tried to cover up my slang. But this is for Decatur, what’s up Bobby Ray“ – Decatur, das ist die Heimatstadt des Künstlers Bobby Ray Simmons.

Damals sprach und sang er in seinem Slang, musste sich nicht verbiegen, nicht seine Herkunft verleugnen. Heute muss er verständlich sein für ganz Amerika, ja, für die ganze Welt. Also bitte nicht zu viel Slang…

Ok, das ist schon eine sehr idealisierte Sicht der Dinge, oder? Und darf einer, der so sehr am Musik-Business verdient, solche Kritik äußern?

Ob B.o.B. wirklich zurück will in die U-Bahn-Unterführung, zurück zu seiner ersten Demo-Mix-Kassette, die keiner hören wollte?

Nicht wirklich, vermutlich. Aber träumen darf man ja mal. Tun das nicht alle? Wir treffen Entscheidungen, das Leben nimmt seinen Lauf mit allen Aufs und Abs. Und irgendwo liegt das Paradies, in der Vergangenheit oder für manche auch in der Zukunft, wer weiß das schon?

Jetzt aber dürfen wir träumen und uns ‘was wünschen. Das hilft manchmal dabei, die Gegenwart und die sogenannten „Tatsachen“ in einem anderen Licht zu sehen…

Let’s pretend that airplanes in the night sky are like shooting stars…and make a wish!

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Hier gibt’s Gedanken zu Songtexten – oft findet man ein Lied gut, versteht aber nicht so recht, worum es eigentlich geht. Ich möchte Songs, die mir auffallen oder die gerade oft gespielt werden, unter die Lupe nehmen. Vielleicht hilft euch das ja beim Verstehen von Texten oder bei der einen oder anderen Hausaufgabe ;). Infos zu den Künstlern gibt’s nicht, die findet ihr ja anderswo…